Agent Based Modeling (ABM)

Der agentenbasierte Modellierungsansatz erlaubt eine computergestützte Untersuchung von komplexen Entwicklungsprozessen. Für wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen bietet sich dieser Ansatz in hervorragender Weise durch die Möglichkeit an, ökonomische Systeme als das dynamische Zusammenspiel interagierender heterogener Agenten zu betrachten.

Mittlerweile erfreut sich der agentenbasierte Ansatz in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen großer Beliebtheit und findet breite Anwendung. Auch in den Wirtschaftswissenschaften wird dieser Ansatz aufgrund seiner unbestritten herausragenden Eignung für die Analyse ökonomischer Problemstellungen immer häufiger eingesetzt.

Agentenbasierte Modelle zielen auf die Interaktionen zwischen ökonomischen Agenten und der daraus resultierenden Dynamik, bei denen sich ökonomische Gleichgewichte allenfalls als Ausnahmesituationen einstellen.

Der agentenbasierte Ansatz benötigt, insbesondere wenn eine enge Anbindung an die Empirie und die Anwendungsorientierung im Fokus stehen, eine Einbeziehung vielfältiger empirischer Informationen sowie die Einbindung der Stakeholder. Ihre Stärken liegen aber nicht im Treffen von Aussagen über Entwicklungstendenzen, sondern in der Möglichkeit Strukturen und Raster zu erkennen, welche sich aus Anreizen und Entscheidungen der Akteure herausbilden.

Im Forschungsprojekt ist die Entwicklung agentenbasierter Simulationsmodelle beabsichtigt, welche es erlaubt, den Untersuchungsgegenstand „Die Rolle von Stadtwerken in der Energiewende“ in seiner ganzen Komplexität abzubilden. Mit den simulationsgestützen Studien werden die verschiedenen möglichen Szenarien der Entwicklung der Rahmenbedingungen im Zusammenspiel mit den Entscheidungen der involvierten Akteure untersucht.